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Natürliche Zeckenabwehr

Allgemeines zum Thema Zecken:

Zecken haben ihre Hauptaktivitätszeit in den warmen Monaten von Frühling bis Herbst. Sie leben vor allem in Gräsern, im Unterholz und an Waldrändern. Um zu ihren Wirten zu gelangen, krabbeln sie an Grashalmen oder im Gebüsch bis zu etwa einem Meter hoch.

Sie lassen sich von dort auf vorbeikommende Tiere oder Menschen herabfallen oder abstreifen, die sie mithilfe von Wärme- und chemischen Reizen wahrnehmen. Zecken können gefährliche Krankheitserreger, wie z.B. Borrelien, Anaplasmen, Rickettsien und Babesien übertragen.

Um sein Tier vor Zeckenbissen, die sich auch entzünden können, zu schützen ist es sinnvoll nach dem Spaziergang nach den kleinen Übeltätern zu suchen, um sie möglichst abzulesen, bevor sie sich festgesaugt haben.

Man kann davon ausgehen, dass die Krankheitserreger auch nicht direkt nach dem Stich übertragen werden, sondern dass dazu erst einige Zeit vergehen muss. Wenn Zecken also einigen Stunden nach dem Festsaugen wieder entfernt werden, gibt es gute Chancen, sein Tier vor einer Infektion zu schützen. Darüber kann natürlich ein starkes Immunsystem Mensch und Tier vor Infektionserkrankungen schützen. Und es sollte nicht unerwähnt bleiben, dass auch andere beißende und saugende Insekten Bakterien übertragen können. Eine Infektion ist zumeist eine lokale Schwellung oder Rötung, die auch unbehandelt abklingen würde. Ab und an gibt es jedoch auch allergische Reaktionen oder auch die gefürchteten „Zeckenerkrankungen“ wie Borreliose, jedoch sind diese auch stets mit einem geschwächten Immunsystem verbunden.

Beim Entfernen der Zecke sind folgende Punkte zu beachten um zu verhindern, dass die Zecke mögliche Krankheitserreger in hoher Zahl in ihren Wirt überträgt:

  • Die Zecke nicht mit Öl, Klebstoff oder ähnlichem beträufeln.
  • Mit einer speziellen Zeckenzange (am besten funktioniert ein Zeckenhaken) den Zeckenkopf so dicht wie möglich an der Haut fassen, wenn man geschickte Finger hat und nicht zu lange Fingernägel, geht dies auch sehr gut mit Daumen und Zeigefinger.
  • Bei sehr kleinem Zeckenkörper kann dies schwierig sein. Es ist zu überlegen, die Zecke in dem Fall noch 2-3 Stunden saugen zu lassen, bis man sie sinnvoll fassen kann. Man erspart sich den abgerissenen Zeckenkopf, der dann ggf. herauseitert.
  • Die Zecke als Ganzes abzupfen oder mit leichter Drehbewegung herausziehen, in lotrechter Richtung vom Tierkörper.
  • Nicht auf den Zeckenkörper drücken.
  • Die Biss-Stelle kann anschließend desinfiziert werden.
  • Falls noch Reste der Zecke in der Haut stecken geblieben sind, ist es sinnvoll, die Stelle mit Propolis Salbe oder mit kolloidalem Silber zu behandeln. Die Entzündung klingt dann schnell ab und die Reste der Zecke werden vom Körper abgestoßen.

Es gibt außerdem eine Menge chemischer Zeckenabwehrpräperate auf dem Markt. Manche mehr, manche weniger wirksam.

Immer handelt es sich um eine deftige Ladung Chemie, die viele Hundehalter ihrem Vierbeiner, völlig zu Recht, nicht mehr zumuten wollen.

Zu nennen ist hier vor allem das bekannte Brav*, welches im Verdacht steht, neurologische Schäden verursachen zu können. Empfindliche Hunde leiden nach der Applikation unter heftigen epileptischen Anfällen, Ataxien und anderen neurologischen Schädigungen, die oft irreversibel sind, bzw. eine langwierige alternativmedizinische Behandlung erfordern.

Davon abgesehen, sind auch manche chemischen Mittel bei engem Kontakt mit dem Hund auch für Menschen nicht ganz unschädlich.

Welche Alternativen gibt es?

Wer auf die chemische Keule verzichten will, sucht wirksame aber unschädliche Alternativen. Auch hier bietet der Markt dem Tierhalter viel an – aber was hilft wirklich?

Hier stelle ich euch einige natürlich wirksame Mittel vor, die im Kollegenkreis und bei meinen Patienten erprobt sind:

Natives Kokosöl

Das Kokosöl wird täglich auf Kopf, Ohren, Nacken und Rücken des Hundes aufgetragen. Die enthaltene Laurinsäure wird die zeckenabwehrende Wirkung zugesprochen. Man braucht nur sehr kleine Mengen davon äußerlich am Hund oder an der Katze zu verteilen. Wenn das Fell glänzt, war es schon zu viel. Der Geruch ist sehr angenehm, verfliegt recht schnell und wird normalerweise von den Tieren meist gut toleriert. Die Zecke schreckt es ab.

Cd-Vet Abwehrkonzentrat

Pflanzliche Inhaltsstoffe:

Melaleuca alternifolia Oil, Simmondsia chinensis Oil, Lavandula angustifolia Oil, Geranium Oil. Über drei Wochen täglich 1 Tropfen in beide Ohrzapfen einmassieren oder je einen Tropfen zwischen den Schulterblättern und an den Rutenansatz (direkt auf die Haut) auftragen.

Ist die Grundstabilisierung erreicht, genügt eine Anwendung von 1 – 2 Mal wöchentlich. Schützt neben Zecken auch vor anderen Ektoparasiten.

Schwarzkümmelöl

Schwarzkümmelöl stellt einen wirksamen Schutz gegen Zecken dar. Leider ist es, wegen der enthaltenen ätherischen Öle umstritten. Aber hier ist die Dosis entscheidend. Das Schwarzkümmelöl von Cd-Vet oder vergleichbaren Marken kann gut nach Dosieranweisung auf der Flasche verabreicht werden, ohne dem Tier zu schaden. Da das Öl über die Leber abgebaut wird, sollte bei Leberschäden allerdings auf Alternativen ausgewichen werden.

Vitamin B

B-Vitamine verändern die Körperausdünstung und können dadurch vor Ektoparasiten, also auch Zecken, schützen. Bierhefe ist dafür sehr geeignet. Völlig nebenwirkungsfrei und unschädlich (Bierhefe ist ja sogar ein richtig gesundes Futterergänzungsmittel!) ist es auf jeden Fall einen Versuch wert.

Cistus incanus

Cistus ist weniger bekannt für seine zeckenabwehrende Wirkung, hat aber auch in vielen Fällen schon gute Wirkung gezeigt. Zusätzlich unterstützt die Cistrose das Immunsystem. Die enthaltenen Harze und Gerbstoffe können bei längerer Anwendung die Leber belasten und sollten daher nicht länger als 4 Wochen am Stück gegeben werden.

Knoblauch

Die Verabreichung geringster Mengen Knoblauchpulver (1 halbe Prise reicht) ins tägliche Futter während der Zecken zeit ist bei Hunden eine der einfachsten und wirksamsten Methoden zur Zecken Prophylaxe. Kleine Mengen sind unbedenklich und das Tier gewöhnt sich schnell daran. Katzen sollte man kein Knoblauch verabreichen.

Bernsteinketten, TicClip, EM-Keramikhalsbänder sind weitere Mittel mit denen Zecken häufig gut abgewehrt werden können. Oft ist eine Kombination mehrerer Maßnahmen eine gute Option um sein Tier möglichst zeckenfrei zu halten.

Tiere mit extremem Zecken Befall sind möglicherweise abwehrgeschwächt, übersäuert oder anderweitig gesundheitlich belastet. Dies sollte dann einmal überprüft werden.

Auch spielt die Fütterung eine große Rolle. Tiere, die mit extrudiertem Trockenfutter ernährt werden, sind daher anfälliger für Zecken als andere.

Susanne Deutrich

Tierheilpraktikerin, Bioresonanztherapeutin, Tierhomöopathin

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